In den palästinensischen Autonomiegebieten im Gazastreifen wird Schmutzwasser in großen Becken gefiltert
und anschließend für die Bewässerung der Felder verwendet. Damit das verschmutzte Wasser nicht ins Grundwasser
versickert und zugleich als kostbare Ressource genutzt werden kann, müssen zahlreiche Pumpen rund um die Uhr
laufen. Professor Mohamed Abdelati von der Islamic University of Gaza forscht daran, wie die Steuerung für
dieses komplexe Bewässerungssystem automatisiert werden kann. Als Georg-Forster-Stipendiat der Alexander von
Humboldt Stiftung verbringt er dafür achtzehn Monate am Lehrstuhl für Automatisierungstechnik von Professor
Georg Frey an der Universität des Saarlandes.
Täglich werden heute 15.000 Kubikmeter Schmutzwasser in großen Becken im nördlichen Gazastreifen gefiltert.
Wenn demnächst eine neue Filteranlage in Betrieb genommen wird, werden es mehr als doppelt so viel sein. Das
gefilterte Wasser kann zwar nicht als Trinkwasser genutzt werden, angesichts der Wasserknappheit im Gazastreifen
ist es jedoch eine wichtige Quelle für die Bewässerung der Felder. Die palästinensische Wasserbehörde (PWA) hat
27 Brunnen rund um die Filterbecken installiert, mit denen das gefilterte Wasser aus der Tiefe wieder nach oben
gepumpt wird.
Das Forschungsziel von Professor Mohamed Abdelati ist es, dieses Bewässerungssystem zu automatisieren und
dabei laufend die Wasserqualität und den Wasserbedarf der landwirtschaftlichen Flächen aufeinander abzustimmen.
Die dafür zu entwickelnde Software und elektronische Steuerung soll der palästinensischen Wasserbehörde für den
Praxisbetrieb zur Verfügung gestellt werden. Sie soll außerdem palästinensischen Elektrotechnik-Studenten der
Islamic Unviersity of Gaza als Fallstudie dienen.
Am Mittwoch, 14. Juli um 14 Uhr hält Professor Mohamed Abdelati von der Islamic University of Gaza einen
Gastvortrag zum Thema „An Electrical System for Effluent Recovery and Irrigation at North Gaza” im Gebäude
A5 1, Hörsaal I auf dem Saarbrücker Uni-Campus.